Was steckt hinter dem Kleiderschrank? |
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Ein bisschen geheimnisvoll kann er schon werden - das profane
Möbelstück, der Kleiderschrank. Eigentlich handelt es sich um nichts
weiter, als um eine aufrecht stehende Tuhe, die auf der vorderen Seite
mit zwei Türen geschlossen werden kann.
Doch da man im Kleiderschrank nicht nur seine Wäsche aufhängen oder
hineinlegen, sondern auch den Liebhaber darin verstecken oder die
Leiche des Gangsters darin verbergen kann, fällt der Blick jedes
geschulten Krimi-Fans beim Schwenk auf das Schlafzimmer, denn dort
steht er meist, auf den Kleiderschrank.
Phantasy-Filme nutzen den "Kleiderschrank-Effekt", wenn ein Zutritt zu
einem Geheimgang oder einer "Welt hinter der Welt" gesucht wird. Man
verschwindet im Schrank und auf der andern Seite befindet sich nicht
die Rückwand, sondern eine Geheimtür und schon kann das Abenteuer
losgehen.
Was also steckt hinter dem Kleiderschrank? Der aufrechte Schrank, wie
wir ihn heute noch kennen und praktisch, da platzsparend finden, kam
erst im 15. Jahrhundert bei uns in Mode. Und das auch nur bei der
wohlhabenden Schicht, die ihre Kleiderschränke mit reichen Verzierungen
und Bildern ausstattete und so ein regelrechtes Schmuckstück daraus
werden ließ.
Ärmere hatten gar nicht soviel Kleidung, dass es sich gelohnt hätte ein
so kostbares Möbelstück aufzustellen. Vor dem "Aufstellen" wurde
übrigens alles Textile in Truhen aufbewahrt. Bis ins Zwanzigste
Jahrhundert hinein hatten Dienstmädchen ihre Kleidertruhen dabei, wenn
sie sich beim Bauern verdingten, die auch das einzige Möbelstück waren,
das sie bei einem Auszug wieder mitnahmen.
Heute sind wir zwar nicht weniger mobil, aber da wir bei einem Umzug,
sowieso schon ein bisschen mehr als nur "unser Bündel" packen, ist der
Kleiderschrank dabei auch nicht mehr im Weg. Trotz aller Moden den
Kleiderschrank als "spießig" abzuschaffen und mit offenen Regalen und
aus Holzkisten zu leben, hat die Beliebtheit des Kleiderschrankes seit
den Siebziger Jahren wieder deutlich zugenommen.
Es ist nun mal einfach praktisch und bequem, seine Kleidung ordentlich
und sauber an ein und demselben Ort verstauen zu können, sie
einigermaßen vor dem Verstauben zu schützen und nicht fremden Blicken
auszusetzen, sofern der Schrank im Wohnzimmer steht. Ein Kleiderschrank
ist für uns mittlerweile so selbstverständlich, das er kaum noch von
irgendjemanden in Frage gestellt wird.
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